Das Netzwerk
Getrennte Räume, eine Tür
Wie das Netz von Project Reloaded gebaut ist: vom Kabelanschluss über das Firewall-Paar bis zu den einzelnen WLANs. Und im zweiten Teil, wie die KI-Modelle zusammenlaufen: eigene Grafikkarte, Vertragsanbieter, kostenlose Modelle und ein Gateway, das entscheidet, welche Daten wohin dürfen.
Dies ist eine Beschreibung, kein Bauplan zum Nachmachen von außen: Adressen, Netznummern, Ports, Gerätenamen und Zugangsdaten sind bewusst weggelassen.
Vom Kabelanschluss bis zur einzelnen Maschine
Das Internet kommt über einen Kabelanschluss mit Gigabit. Das Modem des Anbieters reicht nur durch, die Arbeit machen eigene Geräte: ein Gateway am Rand und dahinter ein Firewall-Paar, das jedes Netz einzeln führt.
Vier Funknetze, jedes mit eigenem Zweck
Fünf Access Points verteilen die WLANs im Haus. Jedes WLAN ist eine eigene Zone mit eigenen Regeln an der Firewall. Ein Gerät im Gäste-WLAN sieht also weder den Fernseher noch die Server.
Familie
Handys, Laptops und Tablets der Familie. Sie kommen ins Internet und an die Dienste im Haus, die ausdrücklich für sie freigegeben sind.
Geräte (IoT)
Fernseher, Sprachlautsprecher, Drucker. Sie dürfen ins Internet und Namen auflösen, mehr nicht. Private Netze sind für sie gesperrt. Einzige Ausnahme ist der Weg vom Drucker zum Scan-Eingang.
Gäste
Internet für Besuch, sonst nichts. Kein Weg zu Familiengeräten, Druckern oder Servern.
Tor
Wer sich hier anmeldet, surft ohne eigenes Zutun über das Tor-Netz. Gedacht für Recherchen, bei denen die eigene Adresse nicht sichtbar sein soll.
Wer mit wem reden darf
| Zone | darf | darf nicht |
|---|---|---|
| Familie | Internet und freigegebene Dienste im Haus | alles, was nicht freigegeben ist |
| Geräte (IoT) | Internet und Namensauflösung; der Drucker zusätzlich zum Scan-Eingang | andere private Netze |
| Gäste, Tor | Internet | alles im Haus |
| Server-Zone | die Dienste untereinander, jeweils nur über erlaubte Türen | in die WLANs hinein |
| Fabriken | das Modell-Gateway | alles andere, auch das Internet direkt |
Kabel zwischen den Rechnern
Die Rechner hängen mit 10 Gbit/s an einem eigenen Switch. Ziel ist, dass jeder Rechner mit zwei gebündelten Kabeln angeschlossen ist, damit ein Kabel ausfallen darf.
Namen statt Nummern
Zwei Filter-Server lösen die Namen für die WLANs auf und halten Werbung und Tracker draußen. Interne Dienste haben eigene Namen mit gültigem Zertifikat. Ein unbekannter Name bekommt eine leere Seite statt eines fremden Dienstes.
Wächter
Ein Sicherheitsagent auf jeder Maschine (Wazuh, mehr dazu weiter unten), eine Erreichbarkeitsprüfung mit Meldung aufs Handy und eine Ampel mit festen Prüfpunkten, die ein eigener Prüfdienst abarbeitet.
Genau zwei Wege hinein
Die öffentliche Webseite
- liegt nicht im Haus, sondern auf einem gemieteten Server in einem deutschen Rechenzentrum
- davor Cloudflare; der Server nimmt Webanfragen nur von dort an
- Anmeldung am Server nur mit Schlüssel, Sicherheitsupdates laufen automatisch
- das Zertifikat wird zu Hause ausgestellt und hinübergeschoben, damit der Schlüssel für die Namensverwaltung nie auf dem öffentlichen Server liegt
- jede Nacht eine vollständige Kopie nach Hause; das Zurückspielen ist getestet
Der private Zugang
- eigene Geräte (Handy, Laptop) über ein privates, verschlüsseltes Netz
- Maschinen untereinander über feste, verschlüsselte Tunnel
- ein zweiter, unabhängiger Tunnel liegt als Notweg bereit
- kein öffentlicher Tunnel-Dienst, der Webanfragen ins Haus leitet
Ehrlich gesagt
Die beiden Firewalls sind heute nur logisch doppelt: Sie laufen noch auf demselben Rechner. Fällt eine aus, übernimmt die andere. Fällt der Rechner aus, stehen beide. Sie auf zwei Rechner zu verteilen, steht auf der Liste.
Wie das Netz sauber bleibt
Kein einzelnes Gerät schützt alles. Die Sicherheit kommt aus vier Schalen, die ineinander greifen: Die Firewalls halten die Tür zu, die Zonen halten die Räume getrennt, die Namensfilter lassen Werbung und Tracker ins Leere laufen, und Wazuh schaut in jede einzelne Maschine. Kommt jemand durch eine Schale, steht er vor der nächsten.
| Was passiert | Wer hält dagegen | Ergebnis |
|---|---|---|
| Jemand klopft von außen an | Firewall-Paar | Es gibt keine offene Tür. Hinein geht es nur über den privaten, verschlüsselten Zugang mit eigenem Schlüssel. |
| Ein Gast sucht die Server | Zonen | Das Gäste-WLAN kennt nur das Internet. Server, Drucker und Familiengeräte sind für ihn nicht da. |
| Der Fernseher ruft einen Tracker | Pi-hole | Der Name wird nicht aufgelöst, die Anfrage läuft ins Leere. |
| Eine App im Tor-WLAN will am Tor vorbei | Firewall | Erlaubt ist nur der Tor-Ausgang. Ohne Tor kommt sie nicht ins Internet, die eigene Adresse bleibt verborgen. |
| Auf einem Server ändert sich eine Systemdatei | Wazuh | Der Dateiwächter merkt es und meldet Maschine, Datei und Zeitpunkt. |
| Ein Paket hat eine bekannte Lücke | Wazuh | Es steht auf der Schwachstellenliste, bis das Update eingespielt ist. |
| Jemand probiert Passwörter durch | Wazuh | Die Auswertung der Protokolle erkennt die Häufung und schlägt Alarm. |
Wazuh: ein Auge in jeder Maschine
Wazuh ist eine offene Sicherheitsplattform. Auf jeder Maschine im Cluster läuft ein kleiner Agent, inzwischen über 30 Stück: auf den Rechnern, in den virtuellen Maschinen, in den Behältern und auf den Namensfiltern. Sie melden an einen Wazuh-Server im Cluster, der alles zusammenführt und nach Schwere bewertet. Die Firewalls schauen auf die Leitung, Wazuh schaut auf die Maschinen.
Dateiwächter
Wazuh kennt den Fingerabdruck wichtiger System- und Einstellungsdateien. Ändert sich einer, gibt es eine Meldung mit Maschine, Datei und Zeitpunkt. Wer etwas unbemerkt umbauen will, fällt hier auf.
Bekannte Lücken
Die installierten Pakete jeder Maschine werden mit den öffentlichen Listen bekannter Sicherheitslücken abgeglichen. So steht schwarz auf weiß, welches Update wo fehlt und wie dringend es ist.
Härtung nach Regeln
Regelmäßige Prüfung nach festen Härtungsregeln (CIS-Benchmarks): unnötige Dienste, zu weit offene Rechte, schwache Einstellungen. Jeder Punkt wird als bestanden oder nicht bestanden geführt.
Anmeldungen und Protokolle
Fehlgeschlagene Anmeldungen, neue Benutzer, Arbeiten mit Administratorrechten: Wazuh liest die Protokolle aller Maschinen mit und schlägt Alarm, wenn sich etwas häuft oder nicht ins Bild passt.
In der Zentrale, der Startseite des Clusters, steht jeden Tag eine kurze Lage: wie viele Agenten sich melden, wie viele ernste Alarme es in den letzten 24 Stunden gab und wie viele bekannte Lücken noch offen sind.
Ehrlich gesagt
Die Alarme landen bisher in der Zentrale, die Meldung direkt aufs Handy kommt als Nächstes. Und eine Einbruchserkennung, die auf der Firewall den Verkehr selbst mitliest, läuft noch nicht. Bis dahin sieht Wazuh, was auf den Maschinen passiert, aber nicht, was durch die Leitung geht.
Huxley: der Einbrecher im eigenen Auftrag
Ein Netz, das sich nur selbst prüft, sieht seine blinden Flecken nicht. Deshalb gibt es Huxley: einen KI-Agenten, dessen einzige Aufgabe es ist, einzubrechen. Er spielt Team Rot. Firewalls, Zonen, Namensfilter und Wazuh spielen Team Blau. Jeder Angriff beantwortet zwei Fragen: Kam er durch? Und hat es jemand gemerkt?
Huxley · Team Rot
- läuft komplett auf einem eigenen Laptop oder Mini-PC, nicht im Cluster
- greift von außen an, so wie es ein Fremder tun würde: über das WLAN und über das Netz
- sucht mit bekannten Prüfwerkzeugen nach offenen Türen, schwachen Webdiensten, offenen Freigaben und Lücken in den WLANs
- merkt sich in einer eigenen Datenbank, was er schon versucht und gefunden hat
- zeigt jede gefundene Lücke auf, damit sie geschlossen werden kann
Team Blau
- das Firewall-Paar hält die Tür zu
- die Zonen halten die Räume getrennt, auch für ein Gerät, das schon im WLAN ist
- die Namensfilter lassen Werbung und Tracker ins Leere laufen
- Wazuh sieht auf jeder Maschine, was Huxley anstellt, und schlägt Alarm
- was Huxley findet, wird geschlossen, dann greift er erneut an
Warum Huxley nicht im Cluster wohnt
Ein Angreifer, der im Haus sitzt, sieht das Netz von innen und hat einen Vorsprung, den ein Fremder nicht hat. Und Einbruchswerkzeuge gehören nicht auf die Maschinen, die sie testen sollen. Huxley kommt deshalb komplett auf ein eigenes Gerät, einen Laptop oder einen Mini-PC, und greift von dort an. Der Umzug vom Cluster herunter ist beschlossen und steht als Nächstes an.
Wie die KI-Modelle zusammenlaufen
Kein Agent kennt einen Anbieter-Schlüssel
Jeder KI-Aufruf im Cluster geht durch dieselbe Tür: ein Modell-Gateway im eigenen Haus. Jeder Agent hat dort einen eigenen Schlüssel mit Budget, Tempolimit und einer Liste der Modelle, die er benutzen darf. Ist das Budget aufgebraucht, ist Schluss. So bremst die Technik die Kosten und nicht der gute Wille eines Agenten.
Welche Daten zu welchem Modell dürfen
Bevor ein Modellweg ins Gateway kommt, bekommt er eine Klasse. Steuer-, Firmen- und Privatdaten gehen nie an kostenlose Modelle. Erzwungen wird das über die erlaubten Modelle je Agent, nicht über ein Versprechen im Text.
| Klasse | Was dahinter steckt | Welche Daten |
|---|---|---|
| AEigene Hardware | Sprachmodell auf der eigenen Grafikkarte im Haus | auch Vertrauliches, z. B. private Unterlagen |
| BMit Vertrag | Anbieter mit Vertrag und Datenschutzregeln | Arbeits- und Firmendaten im nötigen Umfang |
| CGeprüftes Ziel | einzelne, geprüfte Dienste Dritter | nur die ausdrücklich benannten Datenarten |
| DFrei, Versuch | kostenlose Modelle, z. B. bei NVIDIA | nur Öffentliches und Vorarbeit ohne Personenbezug |
| EGesperrt | alles andere | nichts |
Was jede Quelle beiträgt
Die eigene Grafikkarte
Eine RTX 3090 im Cluster rechnet ein Sprachmodell mit 27 Milliarden Parametern, dazu Spracherkennung und Suche. Langsamer als die großen Anbieter und nur eine Anfrage zur Zeit, aber die Daten bleiben im Haus. Monday und das Dokumentenarchiv arbeiten deshalb hier.
MiniMax als Arbeitspferd
Ein großes und ein schnelles Modell zum Pauschalpreis. Der Architekt plant damit, der Werker baut damit, und ein jeweils anderes Modell prüft, was der Werker gebaut hat. Wer arbeitet, bewertet sich nicht selbst.
NVIDIA für Vorarbeit
Kostenlos, aber streng begrenzt: höchstens 100 Aufrufe am Tag, kurze Antworten, eine Anfrage zur Zeit. Gut für Vorarbeit und wöchentliche Prüfungen, nie für persönliche oder geschäftliche Daten.
Rückfall und Wachen
Fällt ein Modellweg aus, nimmt das Gateway den nächsten. Wird das Kontingent knapp, sperrt eine Wache nur die betroffenen Wege. Ein Ausfall löst den Rückfall aus, eine schlechte Antwort nicht. Dafür gibt es die Prüfer.
Die Geschichte mit OmniRoute
OmniRoute bündelt viele kostenlose und Abo-Zugänge hinter einer Adresse. Das klang verlockend und wurde deshalb gebaut, ohne Abo-Konten. Gemessen lieferte es nur Fehler, und woher die Zugänge stammen, ließ sich nicht sauber prüfen. Im Oktober wurde es abgeschaltet. Die Lehre daraus: Ein Weg, den man nicht prüfen kann, gehört nicht ins Gateway.
Mehr aus dem Inneren
Rechner, Maschinen und Freigaben im Detail, und was das Ganze kostet.
Der Cluster von innen Kosten & Nutzen